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Jemen

Sonntag, 29. Januar 2006

Noch gar nicht lang ist es her,
als die Menschen im Jemen,
tauschten Speer gegen Sturmgewehr.
Statt Antilopen das Leben zu nehmen,
gibts heute ausländische Touristen und Ex-Diplomaten.
Wer hätte das gedacht, fast einem Wunder gleich.
Statt Antilopenfleisch zu braten,
beschenkt die Bundesrepublik sie mehr als reich.

Es kann ja nun wirklich niemand wissen,
in einem Rechtsstaat wie dem Jemen,
wie könnte man dort einen geachteten Ex-Diplomat vermissen.
Eine schöne Rundfahrt von Art der besonders bequemen
sollte es werden, angeblich organisiert vom jemenitischen El Presidente,
der wusste nachher von nichts, als man den Ex-Diplomaten entwendete.

Man sollte denken, solche Diplomaten seien schlau.
Ob eine Rundreise in den sicheren Jemen dies beweist,
nun, ehrlich gesagt, weiß ich das nicht so ganz genau.
Früher musste man den Antilopen hinterher rennen,
heute kommen sie in das Dorf gereist.
Vielleicht sollte man des geehrten Herren Reisepass verbrennen
oder wenigstens umbenennen,
wie wärs mit: bitte bitte entführt mich schnell
nur keine Angst, die Deutschland zahlt für jeden, generell.

Wie dem auch sei, die Moral von der Geschicht:
halbe Eier rollen nicht.

 

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