Archiv für die Kategorie ‘Klassische Poesie’

Fuji

Sonntag, 19. März 2006

so karg die Bude eingerichtet
so hoch die Strohmatten geschlichtet
so sehr Perl Harbor auch vernichtet:
es wird mit Strumgewehr gedichtet

Haiku I

Dienstag, 14. März 2006

Fast Gestirnen gleich
schwarz metallisch funkelt es -
Sturmgewehr bei Nacht.

Jemen

Sonntag, 29. Januar 2006

Noch gar nicht lang ist es her,
als die Menschen im Jemen,
tauschten Speer gegen Sturmgewehr.
Statt Antilopen das Leben zu nehmen,
gibts heute ausländische Touristen und Ex-Diplomaten.
Wer hätte das gedacht, fast einem Wunder gleich.
Statt Antilopenfleisch zu braten,
beschenkt die Bundesrepublik sie mehr als reich.

Es kann ja nun wirklich niemand wissen,
in einem Rechtsstaat wie dem Jemen,
wie könnte man dort einen geachteten Ex-Diplomat vermissen.
Eine schöne Rundfahrt von Art der besonders bequemen
sollte es werden, angeblich organisiert vom jemenitischen El Presidente,
der wusste nachher von nichts, als man den Ex-Diplomaten entwendete.

Man sollte denken, solche Diplomaten seien schlau.
Ob eine Rundreise in den sicheren Jemen dies beweist,
nun, ehrlich gesagt, weiß ich das nicht so ganz genau.
Früher musste man den Antilopen hinterher rennen,
heute kommen sie in das Dorf gereist.
Vielleicht sollte man des geehrten Herren Reisepass verbrennen
oder wenigstens umbenennen,
wie wärs mit: bitte bitte entführt mich schnell
nur keine Angst, die Deutschland zahlt für jeden, generell.

Wie dem auch sei, die Moral von der Geschicht:
halbe Eier rollen nicht.

Aprés Sturmgewehr

Sonntag, 29. Januar 2006

Vielleicht fällt Schnee, man weiß ja nie,
Auf in österreichische Gefilde,
Alles Bereit, auch das Paar Ski,
Sowie Messer, Schwerte, Prügel, Schilde.

Oh, der Rucksack ist noch so leer.
Ich pack’s noch ein, das Sturmgewehr.

begleiter in der not

Sonntag, 29. Januar 2006

so metallisch-matt dein glanz
der feuerstoss gerät zum tanz
begleitest mich schon viele lenze
verschob sich noch so oft die grenze
das mündungsfeuer ist entfacht
der gegner um den schlaf gebracht

ich trag es stets mit leichtigkeit
bist du doch an meiner seit
mein geist ist immer ausgeruht
verflogen ist dann jede wut
wenn deine gegenwart ich fühl
zart wie hart und warm wie kühl

warst bei mir stets in tiefster nacht
wenn bedrohlich war die wacht
nur das wissen um dein sein
vertrieb mir schon so manche pein
weilst immer brav an deinem platz
oh, sturmgewehr, du bist ein schatz

Die Stimmen

Freitag, 20. Januar 2006

Wenn ich morgens früh erwache,
hör ich ihre grimmen Worte.
“Auf was wartest du, nimm Rache!
Schick sie durch die Höllenforte!”

Doch mein Verstand hält sie in Schach,
treibt sie in die tiefsten Ecken.
Auf einmal werde ich so schwach.
Höre sie, wie sie sich recken.

Kriechen samt aus den Verstecken,
um an andern Blut zu lecken.

Um mich wird es plötzlich grau
und ich glaube tief zu fallen.
Steh vom Boden auf und schau.
Höre ihr Gewimmer hallen.

Alle Menschen um mich tot.
Kein einziger am Leben mehr;
der Boden von dem Blute rot.
Find in der Hand das Sturmgewehr.

…ins eigene Fleisch

Donnerstag, 12. Januar 2006

Manch Liebe, ein stiller Untergang
für das was man kämpfte, aber niemals errang
Oft versteckt und trotzdem gefunden
Weit entfernt und doch verbunden.

Wenn Seelen tun könnten, was sie wollen
und alles erreichten, was sie sollen
Wäre es ein Fehler unterzugehen
würde jemand diese Absicht verstehen?

Schwer ist es, dich anzusehn
alles gab ich um dir nahezustehn’
und trotzdem fühle ich diese Leichtigkeit
Verlass mich nie wieder; denn nie wieder wär’ ich dazu bereit

Wir können noch reden, ohne Sinn
Süße Nichtigkeiten, habe ich noch zu sagen
-Was erwartest du, wo schickst du mich hin?-
unsere Liebe hängt an einem seidenen Faden!

Autoaggression um mir selbst zu schaden
für jene Taten, die mich von dir trennten
alles was ich hatte kannst du nun haben
denn ich brauche nichts mehr; außer diesen Händen…

[zensiert]…

Tief sind die Wunden, es tut mir leid
niemals hätte ich gehofft so weit
Doch wäre diese Liebe nicht so schwer
dann hätte ich nun auch kein Sturmgewehr…

…I love you M… :-(

Labersacks letzter Gruß

Donnerstag, 12. Januar 2006

Ein letzter Gruß vom Labersack
ich lieg im fernen Skagerrak
in meinem hohlen Magen lag
auch ab und zu mal Magerquark
den ich dann aus dem Krater kack’
und spätestens am Vatertag
trink Rum ich, Pils, Wein, Lager, Cab
und kriegt davon nen Kater, fuck!
ich trieb oft meinen Schabernack
nun ist die See mein kaltes Grab
ich lieg’ in einem kargen sarg
An solchen dunklen Tagen frag’
ich nach dem Sinn mich
und entsinn’ mich:
War da nicht vor kurzem der
Einfall mit der Sturmgewehr
Poesie im Internet?
Das war mir ein Sinn gar nett.

Ode an mein Sturmgewehr

Donnerstag, 12. Januar 2006

Gewehr Du meine Süßigkeit
ess ich noch mehr – dann büß’ ich halt
werde dicker um das Herz
bis es zerreißt und himmelwärts
schießt hoch das Fett zum Firmament
vom Boden es dann Dir nach rennt
ob Du schon weilst in Feindes Hand
weiß ich längst, dass dies kein Bestand
hat vor dem der die Kugeln lenkt
und auch manches Boot versenkt.

Manifest

Mittwoch, 11. Januar 2006

Drogen machen den Kopf so leer
und schlimm hören wir sie zanken
Gedanken, nunmehr ein stumpfer Speer
doch sprengen trotzdem Schranken

Nach Ewigkeit mal aufgerafft
nun endlich im Gefechte
Bereit zu kämpfen mit voller Kraft
gegen alles Schlechte

Denn Freiheit ist ein fernes Licht
und schwerlich zu erreichen
Uns’re Stimme ist ein Sturmgewehr
und darf Unterdrückung nicht weichen.